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Model Context Protocol

Ein Stecker für Sprachmodelle.

MCP regelt, wie ein KI-System Werkzeuge und Datenquellen anspricht. Für Unternehmen ist es weniger ein Thema der Sichtbarkeit als eines der Anbindung.

Romana Hieß hält einen kleinen Roboter auf der Hand, Florian Hieß die Fernsteuerung dazu

Definition

Was das Protokoll regelt.

Das Model Context Protocol ist ein offener Standard, über den KI-Anwendungen auf Werkzeuge, Datenquellen und Vorlagen zugreifen, ohne für jede Verbindung eine eigene Anbindung zu bauen. Anthropic hat es 2024 veröffentlicht, mittlerweile unterstützen es mehrere Anbieter.

Vorher galt: Jede KI-Anwendung brauchte für jedes System eine eigene Anbindung. Bei fünf Anwendungen und fünf Systemen sind das 25 Verbindungen. Mit einem gemeinsamen Standard sind es zehn.

Praktisch besteht MCP aus einem Server, der Fähigkeiten anbietet, und einem Client im KI-System, der sie nutzt. Der Server sagt, was er kann, das Modell entscheidet, ob es das braucht.

Relevanz

Wann das ein Thema für dich ist.

Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten ist MCP zunächst nicht entscheidend. Wer in ChatGPT genannt werden will, braucht keine Schnittstelle, sondern eine abrufbare Website. Das ist die häufigste Verwechslung in diesem Feld.

Relevant wird es in zwei Fällen. Erstens intern: Wenn Mitarbeitende ein KI-Werkzeug nutzen sollen, das auf euer Warenwirtschaftssystem, euer CRM oder eure Dokumentation zugreift, ist MCP der aufgeräumte Weg dorthin.

Zweitens extern: Wenn Agenten bei euch handeln sollen, also nicht nur nachlesen, sondern Verfügbarkeiten abfragen oder buchen. Das ist heute noch die Ausnahme und wird in einigen Branchen zur Regel werden.

Bestandteile

Was ein MCP-Server anbietet.

Fähigkeiten Standard
  • Tools Funktionen, die das Modell aufrufen darf, etwa eine Verfügbarkeitsabfrage
  • Resources Daten, die das Modell lesen darf, etwa Dokumente oder Datensätze
  • Prompts Vorgefertigte Abläufe, die eine Anwendung anbieten kann

Die Rechtevergabe bleibt eure Aufgabe. Das Protokoll transportiert Zugriffe, es entscheidet nicht, wer was darf.

Einordnung

Was wir davon halten.

Der Standard löst ein echtes Problem und ist deshalb kein kurzlebiger Trend. Gleichzeitig sehen wir gerade viele Angebote, die MCP als Sichtbarkeitslösung verkaufen, und das ist es nicht.

Unsere Reihenfolge: erst die Website abrufbar und eindeutig machen, dann messen, und erst danach über Schnittstellen nachdenken. Wer bei Schritt drei beginnt, baut eine Tür in eine Wand, an der niemand steht.

Wenn eine Anbindung ansteht, gehört sie zur AI-Brain-Arbeit, weil dieselbe Frage dahintersteckt: Welche Informationen sind maschinenlesbar, aktuell und eindeutig?

Häufige Fragen

Zum Model Context Protocol.

Wofür steht MCP?
Für Model Context Protocol. Es beschreibt, wie eine KI-Anwendung Werkzeuge und Daten anspricht, unabhängig davon, welches Modell dahintersteckt.
Brauchen wir einen MCP-Server, um in ChatGPT genannt zu werden?
Nein. Nennungen entstehen über abrufbare Inhalte, nicht über Schnittstellen. Wer das anders verkauft, verwechselt zwei Dinge.
Ist MCP an einen Anbieter gebunden?
Der Standard stammt von Anthropic und ist offen. Mehrere Anbieter unterstützen ihn, was ihn erst nützlich macht.
Was kostet so eine Anbindung?
Das hängt vollständig vom angebundenen System ab. Wir nennen dazu keine Bandbreite, weil eine Zahl ohne die Kenntnis eurer Systeme geraten wäre.
Wie sicher ist das?
So sicher, wie ihr es baut. Das Protokoll regelt den Transport, nicht die Berechtigung. Rechte, Protokollierung und Begrenzung bleiben eure Aufgabe.
Kann ein Modell dann auf alles zugreifen?
Nur auf das, was der Server anbietet. Deshalb ist die Auswahl der angebotenen Fähigkeiten die eigentliche Sicherheitsentscheidung.
Ist das für interne Werkzeuge oder für Kund:innen gedacht?
Beides ist möglich, intern ist heute deutlich häufiger. Externe Zugriffe durch fremde Agenten sind noch die Ausnahme.
Ersetzt MCP unsere API?
Nein, es setzt in der Regel darauf auf. Wer eine saubere Schnittstelle hat, hat den Großteil der Arbeit bereits erledigt.
Bietet ihr MCP-Entwicklung an?
Wir beraten dazu im Rahmen der AI-Brain-Arbeit und setzen die Anbindung mit euren Entwickler:innen um. Wir verkaufen es nicht als eigenes Produkt.
Woran erkennt man Angebote, die zu viel versprechen?
An der Behauptung, ein MCP-Server verbessere die Sichtbarkeit in KI-Antworten. Dafür gibt es keinen Mechanismus und keinen Beleg.

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